Was macht die Soligruppe Berlin?

Unsere Hauptaufgabe sehen wir darin, Gefangene bei ihren Kämpfen für ihre Rechte zu unterstützen. Dabei konzentrieren wir uns vor allem auf Mitglieder der GG/BO, weil innerhalb dieser Organisation etwa 1000 Gefangene organisiert sind. Von diesem Zusammenschluss können wir innerhalb unserer Arbeit nur profitieren: eine Bewegung muss nicht erst aufgebaut werden, Gefangene vernetzen sich durch die GG/BO schon innerhalb der Knäste. Sie kämpfen also gemeinsam, nicht vereinzelt – was unserer Auffassung nach das wichtigste ist, um widerständig sein zu können.

Mit den gefangenen Gewerkschaftler*innen versuchen wir stetig postalisch, manchmal auch telefonisch, Kontakt zu halten. Das läuft mal gut, mal weniger gut. Zum einen scheitert dieser Kontakt manchmal an der JVA, die zum Beispiel Briefverkehr unterbindet. Zum anderen müssen wir aber auch immer wieder erfahren, dass Gefangene den Kontakt abbrechen, weil sie Angst vor Repression seitens der Bediensteten haben.

Wenn wir mit Gefangenen schreiben, tauschen wir uns über die aktuelle Situation in den Knästen aus, um uns anschließend gemeinsam gegen die Zustände zu wehren.
Wir, die Soligruppe, stellen dabei lediglich das Sprachrohr der Gefangenen dar. Sie sind die Takt- und Stichwortgeber*innen, sie entscheiden, was sie skandalisieren oder wogegen sie sich wehren wollen. Wir als Unterstützer*innen draußen versuchen dann diese Forderungen oder Proteste der Gefangenen öffentlich zu machen.
Dabei bedienen wir uns einem breiten Medienspektrum: von linken Medien, über lokale/regionale Presse bis hin zu kommerziellen Zeitschriften und Fernsehsendern. Die Belange der Gefangenen sollen, so weit es geht, an die breite Öffentlichkeit getragen werden – denn seien wir ehrlich: es interessiert wirklich wenige, was in den Knästen der BRD passiert.

Zum Anderen ist es uns ebenfalls wichtig, unsere Knastkritik an die Öffentlichkeit zu bringen.
Deswegen sind wir nicht ausschließlich auf Veranstaltungen, bei denen wir das Sprachrohr der GG/BO darstellen. Wir vernetzen uns und diskutieren mit anderen Bewegungen, Organisationen und Gruppen, welche sich systemkritisch zeigen und präsentieren unsere Anti-Knast Haltung innerhalb der radikalen Linken Szene. Auch das läuft mal gut, mal weniger gut.

Uns ist bewusst, dass unsere Art und Weise zu handeln, nämlich zum einen eine Bewegung zu unterstützen, welche reformistische Ziele setzt und zum anderen radikale linke Forderungen zu stellen, bei verschiedenen Akteur*innen Fragen, Unbehagen und Widerspruch auslöst.
Allerdings ist es uns ebenfalls ein Anliegen, nicht gegeneinander, sondern miteinander zu kämpfen.
Wenn ihr also Kritik oder Fragen habt, kontaktiert und gerne.